English version

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Shanghai – die letzte Station unserer Chinareise. Die grösste Stadt Chinas mit dem weltweit verkehrsreichsten Containerschiffhafen.

Ja, ich weiss, ich bin etwas im Verzug mit meinem Blog, aber schliesslich bin ich ja in den Ferien… 😉

Als ich letztes Jahr meinen Chinaaufenthalt plante, überlegte ich mir zuerst, nach Shanghai zu kommen um Mandarin zu lernen. Da aber in Shanghai ein Dialekt gesprochen wird (Shanghainesisch) und nicht Mandarin, entschloss ich mich für die Hochburg des Mandarin, Peking. Da ich allerdings wirklich fast kein Mandarin konnte, als ich hierherkam, hätte es wohl keinen Unterschied gemacht.

Am ersten Morgen packe ich meine Koffern um – Winterkleider brauche ich für meine Reise in die Philippinen nun wirklich nicht. Dann geht’s auf die Suche nach der nächsten Poststelle, um die überflüssigen Kilos loszuwerden. Auf meiner MapsMe-App gibt’s die nächste Poststelle in einem Kilometer Entfernung an. Also laufen wir gemütlich los.

Der Postbeamte hier nimmt es wie schon derjenige in Peking ziemlich ernst mit der Kontrolle. Er packt alles aus und schaut es sich an; eine 5 Mao-Note darf nicht mit, keine Heftklammern, Nagellack und auch Handcreme wird aussortiert – immerhin den Plastiksack mit der gebrauchten Unterwäsche lässt er dann sein. Ich kann mir ein Lächeln nicht verkneifen.

PS: Erst am zweiten Abend realisieren wir, dass es gleich neben unserem Hotel eine kleine Poststelle hat, an der wir mittlerweile etwa vier Mal vorbeigelaufen sind.

Shanghai first view copyUm 8 Kilo erleichtert laufen wir zum Bund, dem berühmten Gehsteig entlang des Huangpu-Flusses. Nachdem wir jenste Fotos der Skyline von Shanghai, dem Finanzdistrikt Pudong, gemacht haben, genehmigen wir uns einen Kaffee und heisse Schokolade, anschliessend hüpfen wir in den Touristen-Bus. Wir ergattern auf Anhieb die vordersten Plätze auf dem Doppeldecker und richten es uns gemütlich ein.

Nachdem wir die Runde abgeschlossen haben, bleiben wir noch bis zur Haltestelle Yuyuan-Garten im Bus. Während es eindunkelt, flanieren wir den Einkaufsläden an der Yuyuan Old Street und Ninghui Road entlang. Ich kaufe mir nach kurzem Überlegen doch noch einen Stempel mit dem chinesischen Namen, den mir meine Lehrerin gegeben hat*. Gehört doch irgendwie dazu, nicht wahr?

Dieser Abend in Shanghai bleibt mir in Erinnerung als der Abend des miserabelsten Essens unserer ganzen Chinareise. Ich kann mich nur noch vage an die Details erinnern, aber das ist wohl mein Hirn, das mir nicht zuviel zumuten will. Zugegeben, dieses eine Mal, als wir in Chengdu nur noch im McDonald’s Essen kriegten, weil wir zu spät unterwegs waren, war auch nicht gerade ein kulinarischer Höhepunkt, aber doch klar besser als dieser hier 🙈

Am Samstag machen wir zu Fuss eine Tour durch die «Shanghai French Concession» Gegend – auf Deutsch frei übersetzt «Shanghaier Landverleihung an die Franzosen». Im 1849 übergab der Gouverneur von Shanghai dem französischen Konsul Landrechte zur Errichtung eines französischen Viertels. Während des 2. Weltkriegs wurden die Konzessionsrechte an China zurückgegeben und im 1946 offiziell ratifiziert. Im Gegenzug zogen die chinesischen Truppen aus Französisch-Indochina (heutiges Vietnam) ab.

Die schönen alten Gebäuden ziehen auch noch heute viele Touristen an.

Anschliessend besuchen wir das 5-stöckige Urban Planning Center, das nebst der riesigen Modell-Übersicht auch Fotographien vom alten und neuen Shanghai zeigt.

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Inside Pudong Financial District: Jin Mao Tower, World Financial Tower, Shanghai Tower (from left to right)

Nach einem sehr guten Nachtessen im Restaurant neben unserem Hotel nehmen wir ein Taxi zum Finanzbezirk Pudong um zum Shanghai Tower zu gelangen.

Der Shanghai Tower ist 632 Meter hoch und das höchste Gebäude Chinas. Fertiggestellt im 2015 ist es nach dem Burj Khalifa das weltweit zweithöchste Gebäude. Allerdings ist die Aussichtsplattform des Shanghai Towers mit 561 Metern Höhe ca. 5 Meter höher gelegen als diejenige des Burj Khalifa.

Die Aussenfassade des Towers verdreht sich pro Stockwerk um etwa 1 Grad. Das ist für einen riesigen Wolkenkratzer wichtig, damit er einem Taifun standhalten könnte. Drei der insgesamt 108 Aufzüge können Besucher innerhalb von einer Minute zur Aussichtsplattform bringen – ein Weltrekord-Tempo.

Am Sonntag fahren wir mit der Metro zum Nanxiang Old Town, wo wir die Heping Allee entlang flanieren.

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Oriental Pearl Tower

Um 16:00 fahren wir dann erneut zum Finanzbezirk. Da man fürs Nachtessen im sich innerhalb von 2 Stunden einmal um die eigene Achse drehenden Oriental Pearl Tower mindestens eine Woche im Voraus reservieren muss, haben wir nun eine Reservation im «100 Restaurant» des Park Hyatt im 91. Stock des blau beleuchteten World Financial Towers.

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World Financial Tower

Die Aussicht stellt das Essen zwar klar in den Schatten, aber schlecht ist es nicht. Vielleicht etwas überteuert, aber wenn man den Eintritt miteinberechnet, den man ansonsten für den Ausblick zahlen müsste, dann relativiert sich das Ganze.

M50 grafitis copyAm nächsten Tag um fünf Uhr morgens packen meine Eltern ihre Koffern und machen sich auf den Weg zum Flughafen in Richtung Thailand. Mein Flug verlässt Shanghai erst um 23:00 Uhr, also mache ich mich auf den Weg zum Shanghaier Künstlerviertel M50.

An einem Montag ist das zwar nicht ideal – in China ist Montag der Ruhetag aller Museen – aber es ist halt nun einmal Montag heute J

*Es ist nämlich so, dass alle Chinesen sich selbst einen englischen Namen aussuchen und sich im Ausland so nennen, weil sich sonst kaum jemand an deren Namen erinnern kann. Also finde ich es nur fair, wenn ich als Ausländerin mir einen chinesischen Namen aussuchen kann. Aber mangels Chinesisch-Kenntnissen und weil ich mir nicht dummerweise den Namen des aktuellsten Pornostars geben will (ich kenne mich in dem Gebiet ja nicht aus), hat mir meine Lehrerin dabei geholfen.name stamp evi copy

English version:

Next stop Shanghai

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Shanghai – the last stop on our tour through China. The largest city of China population-wise and the city with the world’s busiest container port.

Yeah, yeah, I know, I’m a bit late with my blog and not quite keeping up the chronological order. But I’m on vacation, sue me…!

When I planned my visit to China last year, I first thought about staying in Shanghai to study Mandarin. But as they speak a dialect there – Shanghainese – I decided to go to Beijing, where the clearest Mandarin is spoken. In retrospect though, as my knowledge of Mandarin was basically zero when I got here, it probably wouldn’t have mattered much.

On the first day in Shanghai, I start repacking my bags – I most definitely won’t need my winter clothes in the Philippines. Then we look out for the next China post office to get rid of said winter clothes. On my MapsMe-App I find one that’s just one kilometer away, hence we start in that direction.
The post official here – like the one in Beiing – takes his job very seriously. He unpacks everything and inspects it closely; a 5 Mao-note is not allowed, no metal staple, nail polish or handcream. When it comes to the bag of dirty underwear, he seems to reconsider and puts it in the parcel without looking at it more closely. I myself can’t hide a smirk. J

PS: only two days later do we realise that there’s a small China post office right next to our hotel which by now we have passed by four times without noticing.Shanghai first view copy

Minus 8 kilos of baggage, we make our way to the Bund, the famous walkway along Huangpu River. After taking endless pictures of the Shanghai skyline, the financial district Pudong with its towers, we grab a coffee and hot chocolate and finally hop onto a tourist bus. By a stroke of luck, we get the front seats on the top deck and get comfy.

After finishing the first round, we stay put and get off at the Yuyuan Garden stop. As it slowly gets dark, we walk along the various shops of Yuyuan Old Street and Ninghui Road. I finally decide to get myself a stamp with the Chinese name my teacher has picked out for me* after all. It just makes sense, right?

This evening will forever stay in my memory as the evening of the worst dinner of our China trip! I can’t quite remember the details of it, but that’s probably my brain wanting to prevent itself from further damage. Of course, the one time we had to resort to McDonald’s for dinner in Chengdu because we went out too late wasn’t a Gault Millau moment either, but still better than this one. 🙈


Saturday, we walk through the Shanghai French Concession area. In 1849, the governor of Shanghai conceded the area to the French consul to make place for a French settlement. During World War II all concessions were returned to China and in 1946 this was officially ratified. In return, the Chinese pulled back their troops from French Indochina, today’s Vietnam.

Nowadays, the beautiful, traditional old buildings of the French Concession still draw thousands of tourists – us included.

 

Afterwards we visit the Urban Planning Center which shows pictures of the old and new Shanghai and also features a huge model of today’s Shanghai.

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Inside Pudong Financial District: Jin Mao Tower, World Financial Tower, Shanghai Tower (from left to right)

After a lovely dinner in the restaurant right next to our hotel we take a cab to the financial district Pudong to get to the Shanghai Tower.

The Shanghai Tower with its 632 meters is currently China’s tallest building. Finalised in 2015, it comes only second to the Burj Khalifa as the world’s tallest skyscraper. However, the viewing platform of the Shanghai Tower is 5 meters higher up than the one of Burj Khalifa.

The outer facade of the Tower turns around by approximately 1 degree per floor which is important as it gives the tower an aerodynamic that is paramount for supertall skyscrapers in order for them to withstand typhoons. Three of the total of 108 elevators can get visitors up to the viewing platform in under 1 minute – a world record.

 

On Sunday, we take the metro to Nanxiang Old Town, where we walk down Heping alley, stroll around town and have a look at the temple and the two stone Pagodas.

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Oriental Pearl Tower

At 4 pm, we take yet another cab to the financial district. As we couldn’t make reservations for dinner at the Oriental Pearl Tower – whose revolving restaurant floor rotates once within 2 hours – we’re having dinner at the «100 Restaurant» of Park Hyatt on the 91stfloor of the blue-lit World Financial Tower.

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World Financial Tower

The view trumps the food by far, but the food is okay. And considering that you have to pay to get to the observation deck while the restaurant’s view comes free of charge, the food might not be too pricey after all.
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Monday morning at 5am, my parents shoulder their bags to get to the airport, heading to Thailand. My plane leaves at 11pm, so I find my way to Shanghai’s art district M50 – somewhat of a little sister to Beijings 798 Art District with lots of potential.

Visiting on a Monday isn’t ideal because usually China’s museums are closed on this week day, but the art district isn’t all about museums either 🙂

*Because no one apart from the Chinese themselves can actually remember their names, the Chinese usually pick an English first name for themselves that they use when they are in touch with foreigners. Hence I think it’s only fair that I get myself a Chinese name, too. But since I have little more than zero Chinese name knowledge and don’t want to accidentally pick one that might coincide with the one of the latest Chinese porn star – I’m not quite knowledgeable in that field either – I ask my teacher to help me with it.name stamp evi copy

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