English version

Meine Reise von Shanghai nach Boracay Island ist nicht gerade ein Spaziergang. Der eigentliche Plan war Ankunft des Eastern China Fluges in Angeles City um 2:40 Uhr morgens und Weiterflug nach Caticlan um 6:00 Uhr. Ich habe offensichtlich extrem früh gebucht, denn mein Flug ist mittlerweile schon zwei Male verschoben worden, so dass der Flug schlussendlich um 14:40 geht. Ganze zwölf Stunden, die ich nun totschlagen darf. Als Person mit einer Glas-halb-voll-Mentalität erachte ich das zwar als mühselig, aber nicht als ernsthaftes Problem. Ich muss sowieso an der Übersetzung meines Buches arbeiten und mein Reiseblog wird sich auch freuen, wenn ich mich dem wieder mal widmen würde. Leider Gottes Willen ist Clark International Airport nicht gerade ein Riese unter den Flughäfen. Im Gegenteil – es gibt nicht einmal ein Restaurant dort. Einen auf digitalen Weltenbummler machen ist also nicht möglich.
Aber was machst du, wenn du um vier Uhr morgens an diesem Flughafen ankommst und das obenstehende erst dann realisierst?
Mangels Optionen kommt der Entscheid relativ rasch zustande – Taxi zum nächsten Hotel. Mit Gepäck im Schlepptau laufe ich zu den Taxiständen. Aber halt! Stop! Ich brauche ja noch philippinische Pesos. Oder zumindest möchte der Taxifahrer das wohl nach der Fahrt. Ich laufe zurück zum Flughafen-Ausgang und zum nächsten Bancomaten. Dann zurück zu den Taxis. Ich habe eigentlich nicht vor, ein Hotelzimmer zu mieten für etwa knapp zehn Stunden, sondern hoffe, dass eines dieser Hotels auch ein Restaurant führt, wo ich etwas essen und verweilen kann.
Das erste Hotel, zu dem mich mein Taxifahrer fährt, hat kein Restaurant. Sam – Filipino und mindestens 70 Jahre alt – fährt mich anschliessend zum Xenia Hotel, wo die Hotelangestellten mich freundlicherweise in deren Lobby Platz nehmen lassen. Etwas habe ich aber in meiner Planung nicht miteinberechnet. Zu diesem Zeitpunkt bin ich nämlich schon seit 22 Stunden auf den Beinen, wovon ich die ersten 10 damit verbracht habe, in Shanghai noch etwas Sightseeing zu machen. Meine nächste Herausforderung ist es also, wach zu bleiben. Auf gar keinen Fall will ich mich blamieren, indem ich in der Lobby einschlafe, vom Stuhl rutsche und schlimmstenfalls noch zu schnarchen beginne. Also schreibe ich an meinem nächsten Blogeintrag über Chengdu. Damit klappt es.
Aber irgendwann bist du fertig mit dem Blog schreiben, oder magst schlicht nicht mehr, und dann was? Eine Fernsehserie anschauen funktioniert nicht, denn dabei zieht es mir ernsthaft die Augen zu und Chinesisch-Vokabeln büffeln ist zuviel für meine überlasteten Gehirnwindungen. Vielleicht hilft etwas Essen?
Nachdem ich um 9 Uhr morgens meine Spaghetti Carbonara vertilgt – Gott, ich bin so dankbar, dass sie um diese Zeit überhaupt irgendetwas kochen – und ein paar weitere Stunden überbrückt habe, entscheide ich mich für ein Taxi zurück zum Flughafen. Dort kann ich vielleicht für ein paar Minuten meine Augen schliessen. Solange ich alle Wertsachen auf mir trage, ist das kein Problem, denn Filipinos sind ehrliche Leute.
Clark Intl Airport Angeles City.jpg
Aber als ich beim Clark International Airport ankomme, bin ich erstaunlicherweise nicht mehr müde. Ermüdend ist allerdings der Fakt, dass immer wieder eine Ansage ertönt, dass mein Flug überbucht ist. Die Flugzeuggesellschaft ist auf der Suche nach willigen Passagieren, die ihren Platz abgeben im Tausch gegen Tickets für einen Gratis-Inlandflug innerhalb des nächsten Jahres. Tönt für mich nicht nach einem wirklich guten Deal. Diese Person wird nämlich ein Hotelzimmer zahlen müssen in Angeles City sowie Verpflegung und wird ausserdem einen ganzen Tag Ferien verlieren. Scheinbar empfinden meine Co-Passagiere dasselbe, denn während der nächsten Stunde verhandelt die Airline weiterhin, bis am Ende das Hotelzimmer und die Verpflegung auch inbegriffen ist. Als danach immer noch niemand den Deal eingegangen ist – und wir haben nun schon eine halbe Stunde Verspätung –  werde ich langsam nervös. Was eine Airline wohl macht, wenn sich niemand meldet? Ich weiss es nicht und will es definitiv nicht auf die harte Tour herausfinden müssen. Zehn Minuten später ist eine Person gefunden. Ich glaube allerdings, dass die Airline etwas tiefer in die Tasche hat greifen müssen als am Lautsprecher durchgegeben worden ist. Aber egal, ich bin einfach froh, als wir eine weitere Stunde später – nachdem das Gepäck des Freiwilligen mühselig herausgefischt worden ist – endlich abfliegen.

Der Flug an sich ist ruhig. Nicht dass ich mich beklagen möchte. Ich bin einfach dankbar, dass ich auf diesem Flug bin. Ausserdem habe ich einen Fensterplatz ergattern können. Es ist unglaublich, all die kleinen und grösseren Inseln der Philippinen zu sehen. Insgesamt hat es deren 7’400, viele davon sogenannte Jungfern-Inseln, die nicht bewohnt sind.

carabao & boracay
Und dann erblicke ich sie auf einmal. Die Insel Boracay. Ich wusste, dass es eine kleine Insel ist, aber vom Flugzeug aus sieht sie nochmals viel kleiner aus. Und dahinter, etwas grösser, sehe ich die Insel Carabao, wo ich nach einem kurzen Pit-Stop auf Boracay eine Woche ausspannen werde.

Von Caticlan aus fährt drei Mal täglich ein Schiff nach Carabao Island. Das letzte Schiff fährt um 16:00 Uhr. Und da mein Flug von Angeles nach Caticlan um 9 Stunden verschoben worden ist, würde ich die Verbindung verpassen.

Nach meiner Ankunft am Caticlan Flughafen nehme ich den Bus zum Hafen. Nachdem ich die Kontrolle hinter mir habe – keine Sicherheitskontrolle, nein, die müssen sicherstellen, dass ich auch wirklich eine Reservation für ein Hotelzimmer habe. Zugang nach Boracay erhalten nur Einwohner der kleinen Insel, dort Angestellte oder Touristen. Harte Zeiten!

Glücklicherweise hat mein Handy noch ‘Jus’ und reicht die Bestätigung auf meiner Booking.com-App, denn für diese eine Buchung habe ich nichts ausgedruckt. Ich habe die Buchung während meiner Chinareise getätigt, nachdem die Flugzeuggesellschaft mich über die Änderung im Zeitplan orientiert hat.

Die Bootsfahrt nach Boracay Island ist abenteuerlich. Zumindest von meiner Warte aus gesehen. Zu diesem Zeitpunkt weiss ich einfach noch nicht, was die Bootsfahrt von Caticlan nach Carabao Island für mich bereithalten wird. Aber mehr dazu in einem späteren Blog.

Marissa & Pacholo Morillo.jpg
Während der Bootsfahrt komme ich ins Gespräch mit einem netten Pärchen, das in Boracay wohnt. Wie sich herausstellt, gehört ihnen das Hannah Hotel. Sie erzählen mir ein wenig von den Erlebnissen des letzten Jahres, als die Insel während 6 Monaten geschlossen war. Es war eine schwierige Zeit. Vor allem für die 40’000 im Tourismussektor Bediensteten. Marissa and Pacholo Morillo hatten Glück und konnten ihren Bediensteten unter die Arme greifen.

Bevor ich mich am Cagban Hafen von ihnen verabschiede, laden sie mich für den nächsten Tag zum Frühstück ein. Ein wunderbares Volk, diese Filipinos und Filipinas!! Aber zuerst geht’s nun zu meiner Herberge. Ich laufe in Richtung Strasse, wo ein Filipino mir zuwinkt. Ich frage ihn nach einem Tricycle und er nickt. Aber als er auf sein Motorrad zeigt – was also kein Tricycle ist – winke ich ab; wie um Himmels Willen will er meinen Koffer, meinen Rucksack, meine grosse und kleine Handtasche und dann auch noch mich auf den Rücksitz seines Motorrads packen??

English version:

A long day & way from Shanghai to Boracay Island

Arriving in the Philippines through Clark International Airport in Angeles City was a bit of an ordeal for me as the airline cancelled my connecting flight to Boracay and I had to wait a full twelfe hours until said plane would take off. Not much of a problem if you have to finish your novel and work on your travel blog, I’d thought to myself. Well, that assumption turned out to not be that easily achieved. Clark International airport is so small it doesn’t even have a restaurant. So, going all Digital Native was not an option.

But what do you do when it’s four o’clock in the morning, you just got there and realise the above? On a whim, I decided to take a cab to the nearest hotel. I walked my luggage in the direction of the taxi stands. But no. Stop! First, I needed to get some Philippine currency. So I turned around to the airport exit and withdrew some pesos, then grabbed a taxi. I didn’t want to get a room, but hopefully, one of the hotels around there would have a restaurant, too.

The first place the taxi driver took me to had no restaurant. The cab driver, his name is Sam, he’s Filipino and about seventy years old, then drove me to Xenia hotel, where they let me stay in the lobby restaurant. Something I hadn’t thought about was the fact that since I’d been up for 22 hours straight and been walking around Shanghai for the first ten of them, I was very tired by the time I got to that lobby. But since I didn’t want to offend the lovely hotel staff by falling asleep, slipping off the chair and – worst-case-scenario – snoring, I tried to keep myself busy with writing. To say it was hard would honestly be the understatement of the year. But I managed. Of course, if I’d had an unconcious ten-second-sleep here or there, I wouldn’t know.

After eating Spaghetti Carbonara at 9 o’clock in the morning – God, I was so glad they served anything at all this early in the day – and making another few hours painfully pass by, I decided to take a cab back to the airport. There it wouldn’t matter if I closed my eyes for a bit. As long as I’d keep my valuables close, I should be fine. Filipinos are very kind people anyway.
Clark Intl Airport Angeles City.jpg
And I was fine, but funny enough I wasn’t tired anymore when I got to the airport. What was tiring though was hearing an announcement over and over again that the plane I was about to board was overbooked.

They were looking for someone who’d give up his or her seat. That person would be rewarded with a free two-way-airplane ticket valid for the next year. Didn’t seem much of a deal to me. That person would still have to pay to stay at a hotel in Angeles City, pay for food and would lose at least a day of his vacation. When nobody wanted it, the airline started adding free hotel stay and eventually food expenses to the deal.

By that time – the expected boarding time had passed half an hour ago – I was crossing my fingers that someone would take the deal so that they wouldn’t have to resort to some kind of straw drawing thing where my name would come up. Because what else could an airline do? I didn’t know and most definitely didn’t want to find out the hard way.

About ten minutes later they finally found someone. I’m fairly certain he probably got a bit more out of the deal than what was announced. It then took the airline another half hour to get this guy’s bagagge off the airplane. With an hour delay, we finally left tarmac.
carabao & boracay
The one-hour-plane ride was uneventful. Not that I’m complaining. I enjoyed my window seat and kept looking out, marvelling at the many little and bigger islands the Philippines are made of. And all of a sudden, I saw Boracay island. I knew it was small, but it appeared even more so from the distance. And behind it in the horizon, I saw Carabao island, my final destination after a short pit-stop on Boracay.


The thing is, only three boats a day go to Carabao island and the last one leaves at 4pm. And since they changed my initial plane ride from 6am to 3pm, I’d miss that connection. So instead I took the bus from the tiny Caticlan airport – Clark was huge in comparison – to Caticlan port. After passing inspection I was let on the boat. Not security inspection. No. They had to make sure you really are a tourist for Boracay. Day trips to Boracay are not allowed anymore. Unless you have a receipt of a hotel reservation, they won’t let you on the boat. Tough times. Fortunately, my phone’s battery was still solid and showing the booking.com confirmation was enough – thank God they didn’t insist on paper receipt, because for the hotel in Boracay I didn’t have any as I’d booked it during my China trip when I got notice from the airline about the itinerary change.


The boat ride was adventurous. At least from my point of view. At that point, I didn’t know what the ride to Carabao Island had in store for me, but more on that later.
The climb onto the boat was shaky and even more so when carrying luggage with you. Fortunately, the boat staff was very helpful.
Marissa & Pacholo Morillo.jpg
On the boat ride I started chatting to a couple next to me. It turned out they are the owners of Hannah Hotel on Boracay Island. Lovely people. They told me a bit about how it was to have the island shut down for six months last year. It wasn’t great. Especially for the 40’000 employees working in the tourism industry on the island. Fortunately enough, Marissa and Pacholo Morillo were able to help their employees through the rough times.


We parted ways at Cagban port, but not before they extended an invitation for me to have breakfast at their hotel the next day. As I said, Filipinos and Filipinas are wonderful people.

At Cagban, I walked over to the street to catch a tricycle to my hostel. I told as much to a guy who was asking whether I needed a ride. But when he ushered me to his motorcycle I kindly declined. I mean, how on Earth was he going to get my suitcase, backpack, big handbag and smaller handbag plus me on the back of his motorcycle??

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